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In unserer mehrsprachigen Gesellschaft ist eine methodisch-didaktische Auseinandersetzung mit der Vermittlung zwischen Sprachen genauso wichtig, wie die Vermittlung einzelner Sprachen. Um Schüler/innen auf die erfolgreiche Bewältigung von mehrsprachigen Kommunikationssituationen vorzubereiten und ein Bewusstsein für Diversität zu entwickeln, bieten das im GeR erläuterte Mediationskonzept und eine Translanguaging-Pädagogik ideale Ansätze für Lehrkräfte in Österreich.
Beide pädagogischen Ansätze bauen auf einem holistischen Verständnis von Mehrsprachigkeit auf, das alle in der Lebenswelt der Schüler/innen präsenten Sprachformen als wertvolle Ressourcen anerkennt und auf die Nutzung des gesamten sprachlichen Repertoires der Schüler/innen abzielt. Durch die Entwicklung mehrsprachigkeitsorientierter Kompetenzen kann dieses Repertoire als wertvolles kommunikatives Werkzeug von Schüler/innen für Lernprozesse genutzt werden.
Mediation trägt dabei speziell zur Verständigung zwischen verschiedenen Sprachen bei und stellt auch eine Möglichkeit dar, Schüler/innen die Sprache im wirklichen Leben näherzubringen, da reale Kommunikationssituationen simuliert werden. Um Schüler/innen auf die erfolgreiche Bewältigung von mehrsprachigen Kommunikationssituationen vorzubereiten, werden spezifische Mediationsstrategien gezielt im Unterricht eingesetzt, etwa die Fähigkeit, den Kommunikationszweck des Ausgangstextes zu erkennen, unwesentliche von wesentlichen Informationen zu unterscheiden, Inhalte zu reduzieren sowie sprachliche Strukturen zu vereinfachen.
Translanguaging orientiert sich an normalen Kommunikationspraxen mehrsprachiger Personen und sensibilisiert daher für den Gebrauch von Sprachen in verschiedenen Kontexten. Neben Sprachvergleichen, dem Einbezug mehrsprachiger Materialien und der Nutzung verschiedener Arbeitssprachen im Unterricht, setzen sich Schüler/innen auch mit Themen wie Sprachverwendungen, Sprachgeboten, Sprachverboten o.ä. auseinander. Translanguaging ist also nicht nur eine sprachliche Praxis, sondern eine Praxis schulischen und außerschulischen sprachlichen Lernens – auch über den Zusammenhang von Sprachen und Macht.
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Tagung Mediation & Translanguaging
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Am 7. November 2025 fand die Sprachen-im-Blick-Veranstaltung " Mediation und Translanguaging - Innovative Ansätze für den Fremdsprachen- und Deutschunterricht " statt, die das Österreichische Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ) in Kooperation mit der PH Oberösterreich (PH OÖ) und im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung (BMB) veranstaltete. Die Online-Tagung beschäftigte sich mit dem Konzept der Mediation im Sprachunterricht, wie dieses im Begleitband zum Gemeinsamen Referenzrahmen für Sprachen (GeR) definiert wird. Ziel war es, Lehrenden praktische Wege aufzuzeigen, wie spezifische Mediationskompetenzen und -strategien im Unterricht erarbeitet werden können. Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung lag auf dem Potenzial von Translanguaging im Bereich des schulischen Fremdsprachen- und Deutschunterrichts sowie auf Überschneidungen mit dem Konzept Mediation.
Diskutiert wurden methodisch-didaktische Herangehensweisen im Unterricht, die nicht nur auf die Förderung so genannter Zielsprachen durch Mediationsaktivitäten, sondern auch auf die Mobilisierung des gesamten Repertoires der Lernenden für Interaktions- und Lernprozesse abzielten.
Zielgruppe:
- Lehrende der Sekundarstufe (AHS und BMHS)
- Fremdsprachenlehrende
- Deutsch- und DaZ-Lehrende
- Lehrende in der Aus- und Fortbildung an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten
- Vertreterinnen und Vertreter der Bildungsdirektionen
- Studierende sowie Lehramtsabsolventinnen und -absolventen
Sie finden auf der Seite der Nachlese:
- die Videoaufzeichnungen der Präsentationen
- die Folien zum Download
- nützliche Materialien und Links
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